KOKO-DI KOKO-DA (2019)

  • Horror, Arthousedrama, OmU
  • 1h 26m

Das Leben liegt in Trümmern. Dennoch versuchen sich Elin und Tobias am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen und die Ehe zu retten. Zu retten, was noch zu retten ist, nachdem die gemeinsame Tochter verstarb. Zusammen in den Campingurlaub zu fahren klingt nach einer guten Idee. Doch so richtig will keine Laune aufkommen. Die verfinstert sich aber noch weiter, als drei ungebetene Gäste den Zeltplatz belagern und die Camper malträtieren. Denn aus diesem albtraumhaften Wahnsinn gibt es kein Entkommen!

Nyholm ist ein Name, den man sich ab sofort direkt neben Haneke und Von Trier tätowieren lassen sollte. Denn diese perfide und bisweilen widerwärtige Variation des GROUNDHOG DAY ist ein Kunstwerk, aber nichts für schwache Nerven. Verstörung statt Schocktherapie stehen auf dem Programm und das lässt niemanden kalt. Mit einem leichten Unterton aus dem Torture-Porn verabschiedet sich dieser Bastard mit einem tieftraurigen Finale, das man nicht erwartet. KOKO-DI KOKO-DA wird lange nachhallen.

Ihr kennt Nyholms Arbeiten und habt euch sicher schon über LAS PALMAS beölt, ein Kurzfilm bei dem ein noch nicht komplett gehfähiges Kleinkind in einer Puppenbar herumstolpert, säuft und frisst. Ein großer Spaß, auf den das Wort „viral“ wohl sehr gut passen dürfte. Seine Arbeiten sprühen vor Kreativität und Exzentrik. Mit KOKO-DI KOKO-DA beweist er das ein weiteres Mal. Doch hier scheint keine Sonne mehr. Dennoch, oder gerade deshalb, ist Nyholms aktuellster Film einer der großen Festivalfilme unserer Zeit.

Director

Johannes Nyholm

Sprachen

Schwedisch, Dänisch